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Lyrik/Texte/Gedankenwege

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Alibi

Vertrauen

Gelborangegrün

Himmelblaue Augen

Herz aus Stein

Schnee

Alles wird gut

 

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033 Vertrauen

 

Nichts macht mehr Angst

und alles gelingt,

wenn ich mich ohne Sorge

vor dem Nichtgelingen,

dem Leben stelle.

 

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034 Gelborangegrün

 

Leuchten der Sonne

Eingefangen

Und zur Erde gesandt

Um uns zu zeigen

dass die Pracht der Natur

Ein Geschenk an uns alle ist

Zum Greifen nah

Und samtig weich

Du kannst dich nicht verbrennen

 

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035 Himmelblaue Augen

 

Lasst mir doch mein Grau

Jenes vertraute, einzig verlässliche

Grau

Während ich mit nur einem Auge blinzle

Und ungläubig erstes

Frühlingsblau erahne

Fühle ich keine Freude

Ich gehe

Um trotzig das Fenster zu schließen

Und stolpere über meine schweren Winterstiefel

Ich falle

Stehe auf

Und sehe im Spiegel

Meine rot gescheuerte Nase

Ungläubig entdecke ich

Ein lang vergessenes Blau

Ein himmelblaues Augenpaar

Schaut mich an

Ganz heimlich

Haben die Strahlen der Sonne

Auch meine Seele berührt.

 

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036 Alibi

 

Wenn ich könnte wie ich wollte

Würde ich mir selber helfen

Aber weil ich dies so schwierig finde

Habe ich begonnen

Mich anderen zu widmen

Ich suche mir die aus

Die traurig aussehen oder einsam

Und höre ihnen einfach zu

Wenn mein Gegenüber wieder lächelt

Oder von der Zukunft spricht

Kann ich gehen

Und mir jemanden suchen

Der mich in diesem Augenblick mehr braucht

Dann bin ich glücklich

Denn ganz nebenbei

Habe ich mir auch selbst geholfen

 

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037 Hoffnungsschimmer

 

Während ich den langen,

steinigen Weg gehe,

ahne ich,

dass vorn,

hinter der Biegung,

etwas ganz Wundervolles auf mich wartet.

 

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Ich springe

 

und spreche mit Pathos

meine einstudierten Sätze.

Sie gehen mir nur schwer über die Lippen,

denn das, was ich hier vortrage,

sind nur schöne Worte,

aber sie haben nichts mit mir zu tun.

Es wird still,

der Funke sprang unbemerkt über.

Kein Freund vieler Worte

schaue ich in eure Augen und sehe,

dass ihr mich verstanden habt.

Für Momente

haben sich unsere Seelen berührt

und das,

treibt nicht nur mir,

Freudentränen in die Augen.

 

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040 Herz aus Stein

 

In einer Welt

voller steinerner Herzen

braucht man Mut

um einem Lächeln zu vertrauen,

denn oft versteckt sich die Kälte

hinter dem leuchtenden Antlitz

des strahlenden Engels.

 

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0041 Schnee

 

Dicke, weiße Flocken

schweben lautlos vom Himmel

und hüllen die Welt

in eine weiche Decke

der Erneuerung.

Während sich die Schleier

langsam verflüchtigen,

hat das neue Leben längst begonnen

 

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43 Alles wird gut!

 

Während leutselig über alle Medien verkündet wird,

dass jeder alles erreichen kann,

wenn er nur fleißig und pünktlich funktioniert,

müssen Mütter in großen Teilen der Welt

ihre an Hunger und Krankheit verstorbenen Babys begraben.

Ohne Tränen des Abschieds, denn Tränen kosten zu viel Kraft.

Wenn man sie zu trösten versucht und Ihnen verspricht,

dass alles gut wird, was könnte es für sie bedeuten?

dass ihr eigener Tod nicht schmerzhaft ist,

oder dass alle in den Himmel kommen,

und dass die, die am meisten leiden,

die am meisten von Gott Geliebten sind?

Was bedeutet alles wird gut?

Das Haus im Grünen, das Luxusgefährt,

die anspruchsvolle Kindfrau, die Tränen vergießt,

wenn das Trostpflaster für eine Enttäuschung

nur fünf Karat hat oder noch schrecklicher,

ihr ein Fingernagel abbricht?

Was bedeutet alles wird gut für den Todkranken,

der sich an jedes bisschen Hoffnung klammert,

welches man ihm anbietet, oder etwa die Versicherung,

dass alles gut wird?

Während dieser Satz leichtfertig ausgesprochen

und gleich wieder vergessen, die einen hoffen lässt,

fühlen die anderen ihn eher wie eine vorsätzliche Körperverletzung.

Lasst uns feiern.

Hoch die Tassen.

Alles wird gut,

aber passen Sie in der Zwischenzeit

gut auf sich auf.

 

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044 Alles hat seine Zeit

 

In den Tagen,

in denen sich der Sommer Schritt für Schritt verabschiedet,

denken wir oft an den Frühling zurück.

Den unbeständigen, rastlosen und verheißungsvollen Frühling,

mit all seinen Hoffnungen und unbestimmten Sehnsüchten.

Seinen Experimenten und

den ersten, blauen Flecken,

auf unseren verletzlichen Seelen.

Die zarten Farben des Erwachens.

Das helle Grün der Hoffnung,

das fast durchscheinende Gelb der Sonne

und ach, wie gerne,

an das Rosarot der ersten zarten Liebe.

Wenn wir uns dann fragen,

ob wir unseren Frühling noch einmal erleben möchten,

denken die meisten von uns,

es war spannend und aufregend,

aber alles hat seine Zeit.

Es ist auch schön sich zu erinnern,

mit der Gnade des Vergessens.

Von vielen Träumen haben wir uns verabschiedet,

viele Menschen begleiteten uns ein Stück unseres Weges

und verloren sich dann im Laufe der Zeit.

An die, die wichtig waren,

werden wir noch denken,

wenn wir einmal alt und grau geworden sind,

und hoffentlich auch ein wenig weise.

An all die Gesichter der anderen,

können wir uns jetzt schon kaum noch erinnern.

Um Einzelne ist es schade

und leise Wehmut beschleicht uns,

vermischt mit dem Wissen um die Vergänglichkeit unseres Daseins.

Wenn wir uns dann den besten Jahren

unseres Lebens zuwenden wissen wir,

dass der Sommer mit seinen kräftigen glühenden Farben,

dem satten Gelb,

dem strahlenden Orange

und seinem leuchtenden Bunt

alles bis dahin Gewesene verblassen lässt.

Was ist schöner als das Auskosten

des Lebens mit all seinen Facetten,

wenn man auf Erlebtes, Gelittenes, Erstrittenes und Erträumtes zurückschauen kann,

auch wenn die Blüte an den Rändern langsam braun wird?

Nie haben wir intensiver gefühlt, geliebt und genossen.

Unmerklich hat sich der Herbst eingeschlichen,

mit seinen warmen Tönen, seiner langsamen Verlässlichkeit,

seiner Ruhe und dieser unerschütterlichen Toleranz

und Lebensfreunde.

Zum ersten mal in unserem Leben

haben wir keine Angst vor der Zukunft,

denn endlich wissen wir, wer wir sind.

Wenn wir an die Zukunft denken,

empfinden wir Freude ohne Stachel,

denken an das reine Weiß des Schnees

und sehen da oder dort kleine, bunte Krokusse blitzen.

 

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